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40 Fragen zur islamischen Selbstreflexion

Glaube & Anbetung

Gottesfurcht, Gebet, Reue, Dankbarkeit, Wissen

Frage 01

Wenn ich Entscheidungen treffe, behalte ich im Sinn, dass Allah mich sieht und ich vor Ihm Rechenschaft ablegen werde.

Quelle: Qurʾān 4:1 + Qurʾān 99:7–8

„… Gewiß, Allah ist Wächter über euch. …“ „Wer nun im Gewicht eines Stäubchens Gutes tut, wird es sehen. Und wer im Gewicht eines Stäubchens Böses tut, wird es sehen.“

Erklärung

Qurʾān 4:1 erinnert daran, dass Allah Wächter über uns ist. Qurʾān 99:7–8 macht deutlich, dass selbst kleinste gute und schlechte Taten sichtbar werden. Die Muḥāsabah-Frage prüft, ob dieses Bewusstsein unsere Entscheidungen tatsächlich prägt.

Frage 02

Ich nehme mir regelmäßig Zeit für meinen Glauben und dafür, ihn zu stärken.

Quelle: Qurʾān 59:19

„Und seid nicht wie diejenigen, die Allah vergessen haben und die Er dann sich selbst hat vergessen lassen. Das sind die Frevler.“

Erklärung

Der Vers warnt davor, Allah zu vergessen. Für die eigene Muḥāsabah bedeutet das, ehrlich zu prüfen, welchen tatsächlichen Raum der Glaube im Alltag bekommt.

Frage 03

Ich achte bewusst darauf, ob das, was ich konsumiere, erlaubt und gut ist.

Quelle: Qurʾān 2:172

„… O die ihr glaubt, eßt von den guten Dingen, mit denen Wir euch versorgt haben, …“

Erklärung

Der Vers richtet die Aufmerksamkeit auf die guten Dinge, mit denen Allah versorgt. Die Frage überträgt dies konkret auf die bewusste Prüfung dessen, was wir konsumieren.

Frage 04

Ich verrichte meine Gebete regelmäßig und achte auf ihre Gebetszeiten.

Quelle: Qurʾān 4:103

„… Das Gebet ist den Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben. …“

Erklärung

Der Vers verbindet das Gebet ausdrücklich mit festgesetzten Zeiten. Muḥāsabah bedeutet hier nicht nur zu prüfen, ob man betet, sondern auch, welchen Stellenwert die Gebetszeiten im Tagesablauf haben.

Frage 05

Ich bitte Allah um Vergebung, wenn mir Fehler oder Sünden bewusst werden.

Quelle: Qurʾān 24:31

„… Wendet euch alle reumütig Allah zu, ihr Gläubigen, auf daß es euch wohl ergehen möge! …“

Erklärung

Fehler zu erkennen ist nicht das Ende der Muḥāsabah. Der Vers ruft die Gläubigen dazu auf, sich Allah in Reue zuzuwenden.

Frage 06

Ich gehe bewusst mit Eiden um und vermeide es, unnötig bei Allah zu schwören.

Quelle: Qurʾān 5:89

„… Allah wird euch nicht für etwas Unbedachtes in euren Eiden belangen. Jedoch wird Er euch für das belangen, was ihr mit euren Eiden fest abmacht (und dieses dann nicht einhaltet). …“

Erklärung

Der Vers unterscheidet zwischen unbedachten und bewusst festgemachten Eiden. Ein Eid sollte deshalb nicht beiläufig oder nur zur Verstärkung der eigenen Worte verwendet werden.

Frage 07

Ich achte darauf, anderen gegenüber ehrlich aufzutreten, statt Überzeugungen vorzutäuschen, die ich nicht teile.

Quelle: Qurʾān 2:8–9

„Unter den Menschen gibt es manche, die sagen: ‚Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag‘, doch sind sie nicht gläubig. Sie möchten Allah und diejenigen, die glauben, betrügen. Aber sie betrügen nur sich selbst, ohne zu merken.“

Erklärung

Die Verse sprechen in ihrem konkreten Kontext über Menschen, deren Glaubensbehauptung ihrem inneren Zustand widerspricht. Die Muḥāsabah-Frage ist eine engere persönliche Anwendung: Sie prüft, ob wir anderen Überzeugungen vorspiegeln, die wir tatsächlich nicht teilen.

Frage 08

Ich spreche über islamische Themen nur dann sicher, wenn ich dafür ausreichendes Wissen habe.

Quelle: Qurʾān 7:33

„… und daß ihr über Allah (etwas) sagt, was ihr nicht wißt. …“

Erklärung

Der Vers warnt ausdrücklich davor, über Allah ohne Wissen zu sprechen. Wer unsicher ist, sollte Unsicherheit auch als solche benennen, statt Vermutungen als gesicherte islamische Aussagen weiterzugeben.

Frage 09

Ich achte bei meinen finanziellen Entscheidungen darauf, Zinsen zu vermeiden.

Quelle: Qurʾān 2:275

„… Doch hat Allah Verkaufen erlaubt und Zinsnehmen verboten. …“

Erklärung

Das Verbot von Ribā wird im Qurʾān ausdrücklich genannt. Die Muḥāsabah-Frage richtet sich deshalb auf die bewusste Prüfung der eigenen Finanzentscheidungen.

Frage 10

Ich nehme Allahs Segnungen bewusst wahr und bringe meine Dankbarkeit dafür zum Ausdruck.

Quelle: Qurʾān 14:7

„… Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiß noch mehr (Gunst) erweisen. …“

Erklärung

Dankbarkeit setzt voraus, dass wir Gaben überhaupt bewusst wahrnehmen. Muḥāsabah kann deshalb konkret fragen, welche alltäglichen Gaben inzwischen so selbstverständlich geworden sind, dass wir sie kaum noch bemerken.

Frage 11

Ich nehme mir bewusst Zeit, mein islamisches Wissen zu vertiefen.

Quelle: Qurʾān 20:114

„… Und sag: Mein Herr, lasse mich an Wissen zunehmen. …“

Erklärung

Der Prophet ﷺ wird angewiesen, Allah um Mehrung an Wissen zu bitten. Die Frage prüft, ob der Wunsch nach Wissen auch im eigenen Alltag durch bewusstes Lernen sichtbar wird.

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